Thomas Klemm - Dark Ages - Leipziger Kreis

Thomas Klemm (Hg.): DARK AGES.

Gegenwartskunst zu den Folgen der Dekade der Gewalt 1938–1949.

Katalog zur Ausstellung, Leipzig, 14.– 23. Oktober 2008, mit künstlerischen Arbeiten von Mandy Gehrt (D), Bettina Huttschek (F), Tim Kellner (D), Dimitri Kielbasiewicz (PL), Igor Schestakow (RU), Sarah Schoenfeld (D), Marc Wiesel (D), Piotr Żyliński (PL). Leipzig (Meine-Verlag) 2008.

Studien des Leipziger Kreises. Forum für Wissenschaft und Kunst, Band 8.

ISBN 978-3-941305-01-4, 24 Seiten, 6,75 Euro.

Aus dem Vorwort:

In jüngster Zeit wird lebhaft diskutiert, wie sich gegenwärtig die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, an die Gewalt zwischen ethnischen, religiösen, sozialen und politischen Gruppen sowie an die vielfache Verschiebung ethnischer und staatlicher Grenzen zwischen 1938 und 1949 verändert. Unter den zahlreiche Faktoren, welche die Erinnerung an diese Dekade der Gewalt beeinflussen, erfahren zwei eine besondere Aufmerksamkeit in der Diskussion: Zum ersten erfordert ein zusammenwachsendes Europa eine Reflexion heraus über die unterschiedlichen, ja gegensätzlichen Erinnerungen, die in den einzelnen Ländern überliefert sind und nun aufeinandertreffen. Zum zweiten werden mit fortschreitender Zeit die letzten Vertreter der Erlebnisgeneration sterben, so dass der buchstäblich lebendige Bezug zur Dekade der Gewalt verblasst.

[…]

Die Ausstellung „DARK AGES. Gegenwartskunst zu den Folgen der Dekade der Gewalt 1938–1949“ ist der Beitrag des Leipziger Kreises – Forum für Wissenschaft und Kunst zur „Geschichtswerkstatt Europa 2008“, die von der Stiftung „Erinnerung Verantwortung und Zukunft und der Universität Leipzig im Oktober 2008 in Leipzig ausgerichtet wird. Neben dem wissenschaftlichen Blickwinkel, der in zahlreichen Seminaren und Vortragsveranstaltungen der Werkstatt eingenommen wird, eröffnet die Ausstellung künstlerische Perspektiven auf das gemeinsame Thema. Dabei dient weder die Kunst zur Illustration der wissenschaftlichen Ergebnisse, noch die Wissenschaft zur Erläuterung der künstlerischen Werke. Vielmehr nehmen beide Perspektiven aufeinander Bezug; sie sind sich gegenseitig Impuls, um die Auseinandersetzung mit der Dekade der Gewalt voranzubringen.