Inhaltliche Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens

Diese inhaltlichen Grundlagen der fussnote.info verfolgen drei Ziele: Erstens wollen wir Studienanfängern der Geistes- und Sozialwissenschaften eine Orientierungshilfe bei den ersten wissenschaftlichen Arbeiten und Übungen bieten. Zweitens liegt uns daran, eine Reflexion darüber anzuregen, was Wissenschaft überhaupt ist. Schließlich wollen wir drittens den Austausch zwischen den zahlreichen Fachrichtungen befördern, indem wir nicht für eine spezifische Disziplin einen Leitfaden vorstellen, sondern eine Art „kleinsten gemeinsamen Nenner“ der Geistes- und Sozialwissenschaften skizzieren.
Durch eine hohe Spezialisierung von Wissenschaft haben sich in zahlreichen Fächern und Fachbereichen besondere Methoden und Arbeitsweisen entwickelt. Diese, bisweilen unübersichtliche Spezialisierung sollte jedoch über zwei Aspekte nicht hinwegtäuschen: Das Erlernen und Betreiben von Wissenschaft erfordert es, selbst einen eigenen Zugang zum Thema und eine eigene Arbeitsweise zu finden. Zugleich gibt es – vor allen Spezialisierungen – Grundmuster wissenschaftlichen Arbeitens, die nicht nur erlernbar sind, sondern schlicht erlernt werden müssen, um überhaupt einen begründeten Anspruch von Wissenschaftlichkeit für seine Arbeit erheben zu können.

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1. Was ist Wissenschaft?

„Wissenschaftliche Ergebnisse sollen allgemeingültig, objektiv, nachprüfbar, erfahrungsgestützt, logisch und ähnliches sein. Mit anderen Worten, den Wissenschaften wird die Rolle zugedacht, Wahrheiten besonderer Güte hervorzubringen.“
(Janich, Peter: Was ist Wahrheit. Eine philosophische Einführung, München 1996, S. 56.)

„Die Wissenschaft erwächst aus dem praktischen Lebensprozeß der Gesellschaft und ist mit diesem unlösbar verbunden; als Produkt der Erkenntnistätigkeit der Menschen ist sie ein sich ständig entwickelndes System der Erkenntnis über die Gesetze der Natur, der Gesellschaft und des menschlichen Denkens, das in Form von Begriffen, Kategorien, Theorien, Definitionen und Hypothesen fixiert wird.“
(Eichhorn, Wolfgang (Hg.): Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Soziologie, Berlin 1969, S. 515.)

Die Unterschiedlichkeit dieser zwei Zitate verdeutlicht nicht nur, dass der eigentliche Kern der Sache kaum in wenigen Sätzen erfassbar ist. Sie zeigen auch, dass jede Definition immer geprägt ist vom Autor, der sie formuliert, und vom sozialen, zeitlichen und räumlichen Kontext, in dem sich der Autor bewegt. Mit anderen Worten: Definitionen sind konstruiert, das heißt, sie sind durch die gesellschaftliche Stellung des Definierenden beeinflusst, sie sind der Zeit und dem Ort ihrer Entstehung verhaftet. Dies gilt auch für den Begriff „Wissenschaft“, dessen Definition sich von der Antike bis heute vielfach gewandelt hat; oftmals bestanden gar verschiedene, miteinander konkurrierende Entwürfe nebeneinander.

Trotz dieser grundsätzlichen Schwierigkeiten bei Definitionsversuchen aller Art gibt es immer auch ein Grundverständnis vom Gegenstand der Betrachtung, das auf dem Alltagsverständnis beruht und für eine erste Annäherung ausreichend ist. Dies gilt auch hier: Allgemein ist anerkannt, dass von Wissenschaftlichkeit nur dann gesprochen wird, wenn Argumentationen und Ergebnisse grundsätzlich für jedermann nachvollziehbar sind (Intersubjektivität). Kein noch so genialer Geistesblitz wird akzeptiert, wenn er nicht dem Anspruch der Wissenschaft genügt, also mit bestimmten Verfahren hergeleitet oder nach Regeln begründet werden kann.

Eben jene Verfahren und Regeln sind es, die einer Aussage die Glaubwürdigkeit bzw. die Anerkennung als wissenschaftliche Erkenntnis sichern. Erst eine von Personen unabhängige, hinreichend begründete Argumentation unterscheidet also wissenschaftliche Aussagen von bloßen Wahrnehmungsurteilen. Ein Satz, der beginnt mit „Ich fühle, dass…“, ist ebenso wenig eine wissenschaftliche Aussage, wie eine auf Vertrauen basierende Zustimmung zu den Postulaten einer Autorität oder Ideologie.

Was sind nun aber diese Verfahren und Regeln? Vor allem sind es drei Dinge: Zum ersten beansprucht Wissenschaft, eine auf spezifische Weise begründete Erkenntnis bzw. Wahrheit hervorzubringen. Das bedeutet, den wesentlichen Inhalt eines Gegenstandes der Betrachtung theoretisch, also gedanklich und systematisch, sowie kognitiv, also auf Erkenntnis beruhend, zu durchdringen, um verallgemeinernde Aussagen über diesen Gegenstand treffen zu können. Zum zweitens muss diese Erkenntnis nachgewiesen werden und zwar – wie bereits ausgeführt – intersubjektiv nachvollziehbar. Ein solcher Nachweis kann auf mehreren Wegen erbracht werden: Durch die Regeln des logischen Schließens und Argumentierens; durch konsistentes Interpretieren; durch empirische, also erfahrungsgestützte Begründungen in Form von Experimenten oder durch die Erhebung und/oder Auswertung von Datensätzen. Welcher Art eines Nachweises eine wissenschaftliche Arbeit folgt, bestimmen zumeist die jeweiligen fachspezifischen Methoden. Zum dritten müssen Form und Darstellung dieser Begründung den etablierten Standards des Faches entsprechen und dem Anspruch einer gewissen Einheitlichkeit genügen.

Zu diesen Standards der Form gehört zunächst der Aufbau und die Gliederung der wissenschaftlichen Arbeit: Zu Beginn müssen Ausgangspunkt, Fragestellung, Quellen und Methoden erläutert werden. Die Argumentation muss klar gegliedert werden und aufeinander aufbauen. Abschließend sollten die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst werden. Zudem wird sämtliches verwendetes Material (Quellen, Literatur, Verweise auf Internetseiten usw.) vollständig und in einheitlicher Form angegeben.

Bevor wir uns sogleich diesen formalen Anforderungen im Detail zuwenden, sollen noch zwei Aspekte wissenschaftlichen Arbeitens kurz angesprochen werden, die weniger aus dem allgemeinen Verständnis resultieren, sondern die wir – also der Leipziger Kreis – als wesentlichen Bestandteil wissenschaftlichen Arbeitens verstehen:

Zum einen geht es um die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Seit es Wissenschaft gibt, wird über dieses Verhältnis nachgedacht und bisweilen heftig gestritten. Vielfältig waren und sind die Formen, in denen sich Politik, Wirtschaft und andere Teilbereiche der Gesellschaft um Einfluss auf Wissenschaft bemüh(t)en, oder in denen Wissenschaftler sich politischer, religiöser o.ä. Ideologien andien(t)en. Solche Probleme gehören keineswegs allein ins Mittelalter oder ins Zeitalter der modernen Diktaturen, obwohl sie sich dort in besonders starker Weise hervortraten. Wissenschaft bedeutet daher für uns auch, einen wachen Sinn für diese wechselseitigen und sich wandelnden Beziehungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu entwickeln.

Zum zweiten geht es um das Selbstverständnis von Wissenschaft: Sie ist nicht allein in ihrem Ziel, Antworten auf die wesentlichen Fragen der Welt zu geben. Neben ihr stehen beispielsweise die bildende Kunst oder Literatur, die Ähnliches beanspruchen. Unserer Auffassung nach wird die Auseinandersetzung um diese Antworten fruchtbarer und reizvoller, wenn Wissenschaft und Kunst aufeinander Bezug nehmen. Hier geht es nicht darum, die Klarheit wissenschaftlicher Methoden aufzuweichen oder die Kreativität künstlerischen Schaffens zu strukturieren. Wissenschaft dient weder zur Erläuterung künstlerischer Arbeiten, noch die Kunst zur Illustration wissenschaftlicher Forschungsergebnisse. Vielmehr müssen beide aufeinander Bezug nehmen. Wissenschaft erfasst in definierter Sprache und auf für Dritte nachvollziehbarem Wege den gewählten Gegenstand, stößt aber an ihre Grenzen, wenn Atmosphären, Emotionen oder ähnliche, mit wissenschaftlicher Sprache schlicht nicht fassbare Empfindungen festgehalten werden sollen. Die Kunst hingegen kann eben jene Empfindungen einfangen und – sei es in Malerei, Plastik, Fotografie, Lyrik – für den Rezipienten fassbar werden lassen. Sie stößt jedoch an ihre Grenzen, wenn beispielsweise die Tragfähigkeit einer wissenschaftlichen Methode geprüft werden soll, oder wenn es gilt, historisches Geschehen – soweit es Quellen ermöglichen – zu rekonstruieren.

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2. Zugang zu einem neuen Thema

2. 1 Kreativität und Systematik

Das Thema der (ersten) Hausarbeit oder des (ersten) Referats wird sich sehr wahrscheinlich aus dem Seminar und seinem Ablaufplan ergeben haben. Das ist im Grundstudium ganz normal und im Sinne einer vereinfachten Themenfindung manchmal auch nützlich. In der Wissenschaft jedoch ist ein solcher vorgezeichneter Weg keineswegs üblich. Eine Loslösung von vorgegebenen Themen und Fragestellungen sollte daher Ziel des Studiums sein. Deshalb wollen wir unsere Hinweise zum wissenschaftlichen Arbeiten nicht bei einem vorgegebenen Thema beginnen, sondern wollen mit einigen Überlegungen zur eigenständigen Themenfindung einsetzen.

Um ein eigenes, spannendes Thema zu finden, braucht man vor allem zweierlei: Kreativität und Ausdauer beim Lesen. Es gibt keinen vorgegebenen Pfad zu einem Thema oder einer Frage. Eine Idee kann überall auftauchen: Im Gespräch mit Freunden, beim Zeitung lesen, auf einer Reise. Es ist vor allem das aufmerksame Beobachten der eigenen Umgebung sowie die Vergegenwärtigung eigener Erfahrungen und bereits erworbener Kenntnisse. Dieser erste Schritt der Ideenfindung hat mit Wissenschaft zunächst kaum etwas zu tun. Das eigentliche wissenschaftliche Vorgehen beginnt, wenn man den eigenen Ausgangspunkt, also besonders die eigenen Erfahrungen, reflektiert: Jeder Wissenschaftler, ob Studentin, Magister, Doktorin oder Professor, ist ein Mensch, der wie alle anderen Menschen durch je eigene Erfahrungen und Vorwissen geprägt ist, der im Alltag durch Kommunikation mit anderen Menschen, durch Medien, Werbung, Politik u.a.m. beeinflusst wird. Wissenschaftlich zu arbeiten bedeutet zuerst, sich diese Beeinflussung durch Vorwissen und Alltag zu vergegenwärtigen.

Man sollte sich also fragen, inwieweit die eigenen Prägungen nützlich oder hinderlich für die Beschäftigung mit einem Thema sind, ob sie einen klaren Blick befördern oder eher verstellen.
Bei aller Kreativität, die zu Beginn und während einer Arbeit sehr fruchtbar sein kann, ist für ein wissenschaftliches Vorhaben eine solide Grundlage notwendig, die systematisch erarbeitet werden muss. Um eine solche Grundlage zu schaffen, ist ein Arbeitsprozess notwendig, der (stark vereinfacht) aus zwei Strängen besteht: Zum einen die umfassende Aneignung dessen, was andere Wissenschaftler vor Euch zu dem betreffenden Thema veröffentlicht haben (Forschungsstand). Zum anderen das Formulieren einer klaren Fragestellung, mit der Ihr an das Thema herangehen wollt.

2. 2 Erarbeitung von Fragestellung und Forschungsstand

Diese beiden Arbeitsstränge laufen nicht isoliert voneinander, sondern parallel: Durch die Kenntnis dessen, was andere Wissenschaftler bereits geforscht haben, könnt Ihr die Frage präzisieren, die Ihr selbst an das Thema stellen wollt. Durch die Präzisierung der Frage ergibt sich wiederum, in welche Richtung Ihr Euren Kenntnisstand über das bisher Erforschte ausbauen müsst. Das, was hier auf den ersten Blick sehr kompliziert aussehen mag, wird sich auf den folgenden Seiten aufklären.

Bevor es an die Formulierung einer Frage geht, solltet Ihr Euch über folgende Aspekte Klarheit verschaffen: Um welche Art Problem handelt es sich? Soll ein kleines Detail in aller Ausführlichkeit erörtert werden oder soll die Studie einen Überblick über mehrere Gegenstände liefern? Soll die Studie einen Einzelfall in seiner Besonderheit untersuchen oder soll sie ausgehend von den untersuchten Gegenständen Verallgemeinerungen anstellen können?

Sind diese grundlegenden Dinge geklärt, kann man an die Formulierung einer klaren thematischen Fragestellung gehen. Zu Beginn wird diese Frage noch recht allgemein klingen. Etwa: Welchen Einfluss hat die Medienberichterstattung auf das Ergebnis einer Bundestagswahl? Oder: Welche Faktoren bestimmen soziale Ungleichheit in der Europäischen Union? Oder: Welche Auswirkungen hatte die Weltwirtschaftskrise von 1929 auf Großbritannien? – Es ist ganz normal, wenn die Fragestellung zu Beginn Eures Arbeitsprozesses noch sehr allgemein klingt.

Sondieren des Forschungsfeldes, Sichtung einführender Literatur

Zunächst solltet Ihr Euch einen möglichst breiten Überblick zu Eurem Thema verschaffen. Also: Welche Literatur ist zum Thema erschienen? Gibt es überhaupt Veröffentlichungen, die einen Zugang zum Thema eröffnen können? Welche Autoren und Institutionen treten dabei auf? Sind die wichtigen Bücher in umliegenden Bibliotheken vorhanden? Zum Einstieg bieten sich vor allem allgemeine Nachschlagewerke, Lexika, Überblickswerke und thematische Einführungen an. Auch die Literaturhinweise des Dozenten im Seminar gilt es zu prüfen. Jedoch sollte man sich nicht allein auf Buchempfehlungen – ganz gleich von wem – verlassen: Wissenschaftliches Arbeiten ist immer auch ein Erproben der eigenen Selbständigkeit. Sicher dauert es länger, auf eigene Faust die wichtigsten Bücher und Aufsätze zu finden, als in der Sprechstunde den Dozenten einfach um die Literaturangaben zu bitten. Aber auf diesem längeren Weg trainiert Ihr die Fähigkeit, Euch selbst in der Wissenschaftslandschaft zurechtzufinden.

Weiterführende Literatur

Nachdem man die einführende Literatur gefunden und gesichtet hat, gilt es, die Literaturbasis zu verbreitern. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Zunächst kann man die Literaturverzeichnisse der einführenden Werke durchsehen: Welche Bücher und Aufsätze werden hier genannt? Welche dieser genannten Arbeiten könnten für Euer eigenes Vorhaben interessant sein? Es lohnt sich zudem, jene Autoren festzuhalten, die im Zusammenhang mit dem eigenen Thema wiederholt erwähnt werden. Im Katalog der Bibliothek kann man suchen, welche weiteren Werke diese Autoren veröffentlicht haben. In den Literaturverzeichnissen der einführenden Werke lässt sich prüfen, in welchen Zeitschriften wiederholt Aufsätze zum eigenen Themengebiet erschienen sind. Diese Zeitschriften sollte man sich näher ansehen, am besten die Inhaltsverzeichnisse der letzten fünf bis zehn Jahrgänge durchsuchen, ob zum eigenen Thema eine Forschungsdiskussion läuft bzw. welche Autoren zu verwandten Themen veröffentlicht haben.

Über den Bestand der eigenen Bibliothek hinaus gibt es im Internet zahlreiche Angebote, die bei der Recherche nützlich sein können: Dazu gehören die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (kurz EZB, http://rzblx1.uni-regensburg.de/ezeit) und mehrere – teilweise kommerzielle – Portale wie www.jstor.org und http://findarticles.com, in der Ihr Zeitschriften durchsuchen könnt, die auch als Online-Version erscheinen. Da für viele Zeitschriften Lizenzen notwendig sind, hängt das Angebot auch davon ab, wie viele und welche Lizenzen die Bibliothek laufend erwirbt (ein Zugang zu diesen Seiten ist oft nur über das Universitätsnetz und nicht vom heimischen Rechner möglich).

Bücher, die in der Bibliothek am Studienort nicht zu finden sind, lassen sich über eine Fernleihe herbeirufen. Aufsätze aus Zeitschriften oder Kapitel aus Büchern können über den deutschlandweiten Kopierdienst subito-doc.de bestellt werden. Während der vergangenen Jahre sind zudem zahlreiche Internetplattformen und foren der Geistes und Sozialwissenschaften entstanden, wie etwa das disziplinenübergreifende Portal Humanities- and Social Sciences Online (kurz H-Net, www.h-net.org), oder – speziell für historisch arbeitende Fachrichtungen – Clio-Online (www.clio-online.de). Allein H-Net listet über 180 fachspezifische Foren mit Rezensionen, Tagungsberichten und Projektmitteilungen (www.h-net.org/lists), die man über Suchfunktionen erschließen kann.

In dieser Phase der Literatursuche und der Sondierung des Feldes ist es weder angebracht noch notwendig, jedes Buch und alle Aufsätze, die Euch in die Hände fallen, von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen. Vielmehr kommt es in der Anfangsphase darauf an, sich – bei aller Sorgfalt – zügig einen Überblick zu verschaffen. Es empfiehlt sich daher zunächst, die Inhaltsverzeichnisse der Bücher einzusehen sowie die Einleitung und die Zusammenfassung zu überfliegen: Welches Problem behandelt der Autor? Welcher Fragestellung folgt der Autor? In wie weit könnte der Inhalt dieses Buches/ Aufsatzes Euer geplantes Vorhaben berühren? Scheint eine solche erste Lektüre interessant zu werden, lohnt sich eine kurze Notiz, in der Ihr mit einigen Stichworten das Gelesene festhaltet.

Probleme bei der Literaturrecherche

Das alles bleibt wenig aufregend, wenn alles Gesuchte im Online-Katalog (OPAC) der Bibliothek zu finden ist und sich per Mausklick bestellen lässt. Die Suche wird komplizierter, wenn Ihr es mit besonderen Werkausgaben, unbekannten Zeitschriftensiglen, überarbeiteten Auflagen u. ä. zu tun bekommt, die dort nicht aufgeführt sind.

Grundsätzlich kann man bei solchen Hürden zunächst versuchen, über gewöhnliche Suchmaschinen im Internet weitere Informationen zu sammeln. Viele Autoren, die im wissenschaftlichen Betrieb tätig sind, unterhalten auf den Internetseiten ihrer Institute oder Einrichtungen eigene Publikationslisten, die Hinweise über Veröffentlichungen geben. Da aber auch das Internet oft nicht weiterhilft, gibt es noch einige ‚klassische‘ Wege, die zum Ziel führen:

Problem 1: Zeitschriftensiglen. In vielen wissenschaftlichen Arbeiten werden Zeitschriftentitel abgekürzt. Solche Abkürzungen heißen Siglen. VfZG (Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte) oder BritJPol (British Journal for Political Science) sind davon noch die einfachsten. Schwieriger wird es bei KZfSS (Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie) oder RPh (Revue de Philologie). Da es keine „Zentraldatenbank“ für Siglen gibt, muss man sich im jeweiligen Fachgebiet helfen. So bieten bspw. die Jahresinhaltsverzeichnisse der HZ (Historische Zeitschrift) eine umfassende Liste von etwa 400 Siglen geistes- und sozialwissenschaftlicher Zeitschriften.

Die wichtigsten Zeitschriften seines Fachgebietes zu kennen, ist ein Muss. Im Laufe des Studiums solltet Ihr Euch angewöhnen, die jeweils aktuellen Ausgaben jener Zeitschriften, die in Euren Themengebieten häufig zitiert werden, zur Kenntnis zu nehmen. Das bedeutet nicht, alle Beiträge eines Heftes zu lesen, sondern jene Artikel, Rezensionen und Nachrichten, die das eigene Interesse wecken. Darüber hinaus solltet Ihr die Inhaltsverzeichnisse durchsehen, um informiert zu sein, wer zu welchem Themengebiet publiziert, welche Probleme augenblicklich behandelt werden und ob über eine Frage eine Kontroverse ausgetragen wird.

Problem 2: unvollständige Zitation von Zeitschriftenartikeln. Wenn der Titel eines gesuchten Aufsatzes unvollständig ist, der Name der Zeitschrift oder das Inhaltsverzeichnis der Zeitschriftenjahrgänge o. ä. fehlt, könnt Ihr Euch über die Internationale Bibliographie der Zeitschriftenliteratur (IBZ) weiterhelfen. Bis zurück ins Jahr 1989 gibt es die IBZ online (Zugang über Computer, die im Netzwerk der Universität angemeldet sind), davor als Druckversion in jeder größeren Bibliothek (Universitätsbibliothek Leipzig, IBZ, Signatur: AB 70030). Um hier zu suchen, braucht man zumindest eine etwaige Erscheinungszeit, da die IBZ chronologisch geordnet ist. Hier könnt Ihr dann nach dem Autor oder nach dem Hauptwort des Titels suchen und findet dazu die gesuchte Zeitschrift nebst Bandnummer, in welcher der Artikel erschienen ist.

Problem 3: unvollständige Zitation älterer Bücher. Solche Werke (allerdings nur deutschsprachige), deren Erscheinungsjahr vor der Erfindung des Online-Katalogs (etwa 1970) und vor der Erfindung des Zettelkastens (Ende des 19. Jahrhunderts) liegt, bzw. solche älteren Bücher, die auch in der Rückerweiterung des Online-Katalogs oder Zettelkastens nicht in diese aufgenommen wurden, findet Ihr im Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums (GV, Universitätsbibliothek Leipzig, Signatur AA 50500 bis AA 50900), das zumindest bis 1700 zurückreicht. Hier findet man beispielsweise die Erstausgabe von Immanuel Kants „Zum ewigen Frieden“. Mit unvollständigen Zitationen von Büchern, die vor 1700 erschienen, könnt Ihr ungeniert zur Bibliotheksauskunft gehen.

Finden, Festhalten – und Wiederfinden

Bei den ersten Recherchen zu Eurem Thema könnt Ihr die Berge an Büchern und Zeitschriftenartikeln nicht alle von vorn bis hinten durchlesen und exzerpieren. Sinn einer solchen ersten Lektüre ist es vielmehr, einen Eindruck vom Standpunkt der Autoren und ihrer Argumentation zu gewinnen. Bei den ersten Hausarbeiten wird dieser Erschließungsprozess länger dauern. Das ist ganz normal. Wer jedoch von Anfang an übt, bekommt im Laufe der Semester einen Blick dafür, wie sich die Thesen, Standpunkte und Argumentationen eines Textes rasch erschließen lassen.

Achtet bei Eurer Literatursuche darauf, sorgfältig Notizen anzulegen: Sämtliche Bücher, jeden Aufsatz oder Rezensionen, die man in die Hand nimmt und die beim ersten Lesen einen für die eigene Arbeit nützlichen Eindruck erwecken, sollte man sich notieren: Am besten die vollständige bibliographische Angabe (siehe dazu unten) und mindestens ein paar Stichworte zum Inhalt.

Diese Arbeit erfordert Konzentration, Ausdauer und Augenmaß. Aber sie gewährleistet, dass man nicht immer wieder aufs Neue zu suchen beginnt, wenn man dann die angehäuften Notizen verarbeiten will (z.B. einen passenden Satz zitieren). Wie man den Berg an Notizen ordnet, der sich im Laufe der Arbeit ansammelt, ist eine Gemütsfrage, die jeder durch seinen eigenen Arbeitsstil beantworten muss: Die einen legen ein Notizbuch an, in das sie alle Informationen aufnehmen. Andere beschreiben Karteikärtchen, um die Informationen auch im Laufe der Arbeit umsortieren zu können. Wieder andere arbeiten direkt am Computer; sie notieren alles direkt in Textdateien oder Datenbanken, um es über Suchfunktionen wieder zu finden. Kleinere Versionen von Literaturdatenbanken gibt es als freie Software, die leistungsstärkeren werden jedoch nur kommerziell vertrieben. Da die sinnvolle Nutzung einer Datenbank deren kontinuierliche Pflege erfordert, gilt es im Vorhinein grundsätzlich zu überlegen, ob sich Einrichtung und Unterhalt einer Datenbank lohnen.

Nach der bisweilen zeitraubenden Literatursuche und Inhaltserfassung wird die Arbeit wieder intellektuell spannend, wenn es daran geht, das festgehaltene Material (Buchtitel, Exzerpte, Notizen etc.) zu ordnen – gleichsam eine „Ordnung der Dinge“ zu entwerfen, wie es der französische Philosoph Michel Foucault genannt hat. Die Ordnung, die Ihr einrichtet, ist der erste Schritt zur Strukturierung Eurer Sichtweise auf das Problem.

Die augenfälligste – aber keineswegs einfach zu beantwortende Frage – ist jene nach einer Einordnung von wissenschaftlichen oder nichtwissenschaftlichen Texten: Ist die Auswertung einer Meinungsumfrage vor einer Bundestagswahl eine soziologische Studie oder politische Propaganda? Ist Umberto Ecos „Der Name der Rose“ eine Zeichenlehre oder ein Roman? Weniger offensichtlich sind die Fragen nach der Relevanz einzelner Texte für das zu bearbeitende Thema. Dass der Reisanbau in China keinen Einfluss auf die Ehescheidungsrate in der Schweiz hat, wird man recht ungestraft behaupten können. Ob und in welcher Weise man sich jedoch bspw. bei der Analyse sozialer Ungleichheit in der Europäischen Union mit den historischen Ursachen, mit den rechtlichen Rahmenbedingungen, den wirtschaftlichen Faktoren, den politischen Machtkämpfen, ihrer medialen Vermittlung etc. befassen sollte, ist eine Entscheidung und eine Gewichtung, die Ihr vornehmt und mit der Ihr die Argumentation Eurer Arbeit vorstrukturiert.

Ganz gleich, ob das Ergebnis Eurer Arbeit eine Hausarbeit, ein Referat o.ä. werden wird, solltet Ihr Euch – bevor Ihr zu schreiben beginnt – über die folgenden Punkte klar geworden sein:

Forschungsstand: Welche grundlegenden Arbeiten sind bislang zu meinem Thema erschienen? Welche Thesen werden von den Autoren vertreten? Es kommt hier nicht nur darauf an, die Argumentationen und Thesen der anderen Autoren festzuhalten, sondern auch kritisch zu hinterfragen: Sind die Argumentationen der anderen Autoren logisch? Von welchen Vorannahmen gehen diese anderen Autoren aus? Welche Aspekte des Themas haben andere Autoren möglicherweise nicht berücksichtigt?

Fragestellung: Mit welcher leitenden Frage geht Ihr an das Thema heran? Diese Frage sollte sich von der anfangs sehr allgemeinen Form nach all Eurer Lektüre konkretisiert haben und sie sollte dem Umfang Eures Vorhabens – Hausarbeit, Bachelorarbeit etc. – angemessen sein. In welchem Zusammenhang steht Eure Fragestellung zum Forschungsstand?

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3. Hausarbeit

Aufbau

Eine wissenschaftliche Arbeit besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schluss sowie Verzeichnissen der Quellen und der Literatur. Einleitung, die Kapitel des Hauptteils sowie der Schluss beginnen jeweils auf einer neuen Seite. Die Dreiteilung in Einleitung, Hauptteil und Schluss mag sehr traditionell sein, sie ermöglicht aber auch einen wissenschaftlichen Umgang mit der Arbeit: So, wie Ihr als Leser glücklich seid, dass andere Texte über eine Gliederung in Einleitung, Hauptteil und Schluss verfügen, die Euch einen schnellen Zugriff auf die Inhalte des Textes ermöglichen, so gilt es nun für Euch, Euren ‚Lesern‘ einen einfachen Weg zu Eurer Argumentation zu bahnen – auch, wenn Eure Leser zunächst nur der Dozent und einige Kommilitonen sind.

Titelblatt

Jede Hausarbeit verfügt über ein Titelblatt. Auf dem Titelblatt stehen: Angaben zur Universität, zum Institut und Semester, der Titel des besuchten Seminars, der Name des Dozenten, der Titel der Arbeit und das Abgabedatum; schließlich Euer Name mit Adresse und E-Mail, Matrikelnummer, Studienrichtung und Fachsemester.
Beachte: Für Abschlussarbeiten gibt es meist eigene Vorgaben, wie das Deckblatt gestaltet sein muss.

Inhaltliche Gliederung

Mit der inhaltlichen Gliederung steht und fällt Eure gesamte Arbeit, ganz gleich, ob es eine Hausarbeit oder ein Referat werden soll. Es ist ratsam, sich für den Bau der inhaltlichen Gliederung ausreichend Zeit zu lassen: Ihr solltet in Ruhe all Eure angefertigten Notizen durchsehen und die darin enthaltenen Argumente, Thesen, Beispiele, Zitate etc. so ordnen, wie Ihr sie in Eurer Arbeit verwenden wollt. Schreibt auf einer einzelnen Seite – egal ob auf einem Blatt Papier oder am Computer – die Hauptstichworte Eurer Argumentation nieder und prüft in Ruhe, ob die Schritte logisch aufeinander aufbauen und sich ein ‚roter Faden‘ hindurch zieht.

Wenn es nicht – wie von selbst – beim Niederschreiben der Hauptstichworte geschehen ist, müssen die einzelnen Schritte Eurer Argumentation nun gegliedert werden: Grundsätzlich gliedert sich eine Arbeit in Einleitung, Hauptteil und Schluss (siehe oben). Die Feingliederungen müssen sich nun nach dem Aufbau Eurer Argumentation richten. Dazu einige Beispiele:

Beispiel 1: Hausarbeit, Gesamtumfang 15 bis 20 Seiten

„Die Auswanderung norddeutscher Handwerker nach Übersee im 19. Jahrhundert“

Titelblatt
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Hintergrund
3. Entwicklung der Auswanderung zwischen 1815 und 1866
4. Ursachen der Auswanderung
4.1 Politische Ursachen
4.2 Wirtschaftliche Ursachen
5. Rückwanderungen
6. Zusammenfassung
7. Quellen- und Literaturverzeichnis

Beispiel 2: Hausarbeit, Gesamtumfang 20 bis 25 Seiten

„Öffentlichkeit im Wandel – Die Entwicklung von Internetforen in den Niederlanden 2001-2006“

Titelblatt

Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. THEORETISCHER TEIL
1. Begriffe
1.1 Öffentlichkeit
1.2 Journalismus
1.3 Public Relations
2. Das Internet in den Niederlanden
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Aktuelle Problemlagen
II. EMPIRISCHER TEIL
3. Methodisches Vorgehen
4. Ergebnisse der Untersuchung
Fazit und Ausblick
Quellen- und Literaturverzeichnis

Beispiel 3, Bachelorarbeit, Gesamtumfang etwa 40 Seiten

„Die Sozialstruktur der Stadt. Leipzig, Bologna und Krakau in vergleichender Perspektive“

Titelblatt
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Prägende Faktoren städtischer Sozialstruktur
2.1 Wirtschaft
2.2 Verkehr
2.3 Bevölkerungsentwicklung und Migration
2.4 Bildung und Kultur
3. Fallanalysen
3.1 Leipzig
3.2 Bologna
3.3 Krakau
4. Zusammenfassung
5. Verzeichnis der Quellen
6. Verzeichnis der Literatur

Bei einer Hausarbeit von 15 bis 20 Seiten solltet Ihr nicht weiter als drei Stellen gliedern, d. h. bis 1.1.1. Auch eine Abschlussarbeit von etwa 80 Seiten sollte nicht über eine vierstellige Gliederung hinausgehen. Eine Arbeit soll weder zu grob noch zu fein gegliedert sein. Die Gliederung soll angemessen und vor allem logisch sein: Gibt es beispielsweise einen Gliederungspunkt 2.1, muss es auch mindestens 2.2 geben, da die Gliederung andernfalls nicht sinnvoll ist!

Wenn die Arbeit schließlich geschrieben ist, empfiehlt es sich, sie einem oder mehreren Freunden zum Lesen zu geben. Denn oft werdet Ihr nach langen Tagen (und bisweilen Nächten) vor dem Computer einen Tunnelblick auf das Thema haben, so dass der Text nicht auf Anhieb verständlich ist. In einem Gespräch mit den Kommilitonen wird sich schnell zeigen, ob der Aufbau Eurer Argumentation auch einem Außenstehenden verständlich ist, an welcher Stelle Ihr möglicherweise noch einen erläuternden Satz oder eine Fußnote einbauen solltet (zum Zitieren und Bibliographieren vgl. Kapitel 2.4). Die Kommilitonen müssen dazu nicht Experten auf dem Gebiet sein. Sie prüfen durch ihre Lektüre nur, ob die einzelnen Schritte der Arbeit sinnvoll aufeinander folgen.

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4 Referat

4.1 Vorbereitung und Aufbau eines Referats

Der Sinn eines Referats besteht nicht darin, eine (eigene) Forschungsarbeit oder einen Forschungsbereich in ganzem Umfang vorzustellen. Ein Referat gibt eine Übersicht oder einen Einblick in einen Teilbereich und dient als Grundlage einer gehaltvollen Diskussion. Sofern der Dozent im Seminar keine speziellen Anforderungen stellt, sollte das Referat eine Länge von 20 bis 25 Minuten nicht überschreiten. Gerade diese zeitliche Beschränkung wird oft vernachlässigt: Das Ergebnis sind ausufernde Monologe und gelangweilte Kommilitonen.

Der Aufbau eines Referats orientiert sich an Richtlinien zum wissenschaftlichen Arbeiten (siehe oben). Das Referat hat also eine kurze Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss. In der Einleitung solltet Ihr – wenn es nicht bereits durch den Dozenten geschehen ist – den Titel nennen und Euer Thema in zwei bis drei Sätzen umreißen. Anschließend stellt man die Gliederung des Referats vor, so dass die Zuhörer eine Vorstellung gewinnen, wohin die Reise gehen wird. Hier sollte auch der Bezug zum Thema des Seminars hergestellt werden, wenn er sich nicht aus dem Titel oder der Gliederung von selbst ergibt. Sofern das Referat ein Thema behandelt, das weit außerhalb des zu erwartenden Horizonts der Zuhörer liegt, sollte man Anhaltspunkte geben, die eine Orientierung ermöglichen: Wer z.B. außerhalb eines iberoamerikanischen Seminars über Bildungsreformen in Brasilien spricht, tut gut daran, die Zuhörer auf etwaige Parallelen oder Ähnlichkeiten in Deutschland und Europa hinzuweisen. So sinnvoll solche Parallelen sind, sollte man sie nicht übertreiben oder an den Haaren herbeiziehen. Sie dienen dazu, dem Zuhörer den Zugang zum Thema zu erleichtern. Im Hauptteil des Referats solltet Ihr die wesentlichen Aspekte, Argumente und Thesen zu Eurem Thema vorstellen. Am Schluss gilt es, diese Inhalte in wenigen Sätzen zusammenzufassen, so dass Ihr einen guten Einstieg in die folgende Diskussion liefert.

4.2 Einsatz von Hilfsmitteln beim Referat

In vielen Fällen erscheint es geeignet, zum Referat Hilfsmittel heranzuziehen, die die Vermittlung der Inhalte erleichtern. Solche Medien können beispielsweise Thesenpapiere/ Handouts, Folien für den Projektor oder Präsentationen für Computer und Beamer sein. Der Einsatz eines oder mehrerer Medien ist weder Selbstzweck noch Entertainment. Die Auswahl des Mediums wird vom Inhalt Eures Referats bestimmt und freilich von den technischen Möglichkeiten, die der Seminarraum bietet. Zuerst sollte man sich also über die Ausstattung des Raumes erkundigen. Dann überlegt man, was zur Unterstützung des Referats sinnvoll ist, also Abbildungen, Grafiken, Tabellen, ein oder mehrere längere Zitate, Landkarten o.ä. Schließlich entscheidet man sich in der Regel für ein Medium, das zur Vermittlung geeignet erscheint. Aber auch die Kombination von Handout und Folien (Beamer oder Projektor) kann sinnvoll sein.

Thesenpapier/ Handout

Handouts eignen sich, wenn Ihr längere Zitate, Thesen oder einfache Abbildungen zeigen wollt. Jedes Handout verfügt über einen Kopf mit folgenden Informationen: Name der Universität, des Instituts, des Seminars und des Dozenten; zudem Euer Name, Titel Eures Referats und das Datum des Vortrags. Ein Handout sollte nicht mehr als ein oder zwei Seiten umfassen. Es dient dazu, die Gliederung Eures Referats und die wesentlichen Inhalte zu vermitteln sowie gegebenenfalls das Verstehen längerer Zitate oder Thesen zu erleichtern. Abschließend sollte man die wichtigste Literatur zum Thema aufführen.

Folien für den Overhead-Projektor und Präsentationen für Computer und Beamer

Grundsätzlich können auf Folien oder in Präsentationen die gleichen Inhalte wie auf einem Handout vermittelt werden. Zusätzlich bieten Folien und Präsentationen die Möglichkeit, Grafiken, Fotografien, Landkarten oder ähnliche Abbildungen zu zeigen, die auf einem gewöhnlichen, schwarz-weiß kopierten Handout schlecht erkennbar sind. Um aber die Vorteile von Folien oder Präsentationen zu nutzen, müssen die fraglichen Abbildungen, Zitate usw. in ausreichender Qualität gezeigt werden (über die technischen Details wie Schriftgrößen, Bildkontrast u.ä. informiert der Teil fussnote.info – Gestaltung).

Folien und Präsentationen sind zudem geeignet, ein gleichförmiges Referat etwas aufzulockern: Zu Beginn des Referats kann man beispielsweise die Gliederung des Vortrags kurz auflegen und die Vorgehensweise in wenigen Worten erläutern. Ebenso kann man wichtige Zahlen, Daten oder eine Karte zur Orientierung zeigen. Nicht zuletzt kann ein Projektor gerade am Anfang des Referats hilfreich sein, wenn man noch unsicher ist und die Blicke der Zuhörer für eine Weile von sich selbst ablenken will (wenn Ihr aufgeregt seid, nehmt die zitternden Hände vom Projektor!). Wenn Ihr den Projektor während des Referats nicht mehr benötigt, schaltet ihn ab, da er andernfalls die Aufmerksamkeit von Eurem gesprochenen Wort ablenkt

4.3 Referieren

Grundsätzlich gilt: üben, üben, üben! Im Laufe des Studiums werdet Ihr Euren eigenen Vortragsstil entwickeln. Die schriftlichen Unterlagen, die Ihr für Euren Vortrag vorbereitet, sind dabei der Dreh- und Angelpunkt. Es gibt Vortragende, die mit fünf Stichpunkten auf einer Karteikarte ein hervorragendes 20minütiges Referat halten, und Referenten, die mit einem ausformulierten Manuskript einen ansprechenden Vortrag präsentieren. Oft ist es auch eine Kombination aus Stichworten und Text, die als Unterlage dient. Ganz egal, wie man sich vorbereitet, sollte man die Tücken der verschiedenen Unterlagen kennen: Ein Referent, der sich nur auf fünf Stichworte stützt, braucht nicht nur ein hohes Maß an Konzentration, sondern auch rhetorisches Geschick. Andernfalls schweift er ständig in Randbereiche ab, verpasst Zwischenschritte der Argumentation und ermüdet die Zuhörer mit stumpfen Sätzen. Ein Vortragender, dem ein ausformuliertes Manuskript vorliegt, muss den Kontakt zum Publikum halten und braucht einen lebendigen Stil. Es wird oftmals übersehen, dass der geschriebene Text eines Vortrages einer ganz anderen Form genügen muss, als der Text einer Hausarbeit oder eines Aufsatzes. Ein Vortragsmanuskript besteht aus kurzen, klaren Sätzen und es folgt stilistisch dem gesprochenen Wort. Die Qualität eines Vortragsmanuskript lässt sich beispielsweise überprüfen, indem man es sich selbst laut vorträgt und dabei so wenig wie möglich am Blatt ‚klebt‘.

Ganz gleich, wie Ihr die Unterlagen für Euer Referat gestaltet, solltet Ihr das Referat ein oder zwei Tage vor der Seminarsitzung einem oder mehreren befreundeten Kommilitonen vortragen. Sie können so Rückmeldung geben, ob sie den wesentlichen Inhalt verstanden haben; zugleich überprüft Ihr, ob Ihr fließend vortragen könnt und die vorgegebene Zeit eingehalten habt.

Nicht nur Ihr, sondern fast alle Menschen sind bei Vorträgen aufgeregt. Es gibt einige Kniffe, die den Einstieg erleichtern. Wenn etwa zu Beginn des Referats alle auf den Referenten starren, kann man diese “classroom”- Atmosphäre dadurch auflockern, dass man erst einmal eine Frage ins Publikum gibt (z.B.: Was bedeutet für Euch der Begriff X? Was habt Ihr schon über Thema X in den Medien gehört? Was wisst Ihr über X?). So werden zunächst die Zuhörer gefordert und in den meisten Fällen wird Euch schnell deutlich, dass Ihr erheblich mehr zum Thema wisst. Dieser Wissensvorsprung wird oft vergessen, trägt aber zur Beruhigung bei, wenn man sich ihn vergegenwärtigt. Auch ein merkwürdiges oder lustiges Zitat, das Ihr bei der Referatsvorbereitung entdeckt habt, ist oft ein guter Eisbrecher und lockert die Stimmung auf.

Nach der Seminarsitzung solltet Ihr den Dozenten – sofern er sich nicht selbst meldet – um eine Auswertung und Kritik bitten, so dass Ihr kommende Referate verbessern könnt.

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5. Regeln zum Zitieren und Bibliographieren

Der Gedanke, sich überhaupt mit der Aufnahme von Literatur, also dem Zitieren und Bibliographieren, zu beschäftigen, rührt aus einem der wissenschaftlichen Prinzipien, nämlich der Nachvollziehbarkeit. Jeder Leser einer Hausarbeit, Magisterarbeit, eines Aufsatzes oder eines Buches soll mit Hilfe der genannten Angaben in die Lage versetzt werden, die Argumentationen zu überprüfen. Sämtliches Material, das zur Fertigung einer Arbeit verwendet wurde, muss dazu in einem Quellen- und Literaturverzeichnis zusammengestellt werden.

Die Erfahrung in verschiedenen Seminaren und Fachrichtungen zeigt, dass es keine allgemeingültige Form gibt, in der man zitieren und bibliographieren sollte. Lediglich zwei Leitgedanken solltet Ihr immer im Auge behalten: Eindeutigkeit und Einheitlichkeit. Ersteres ermöglicht, dass zwei Werke des gleichen Autors mit ähnlichem Titel nicht miteinander verwechselt werden können. Letzteres dient der Übersichtlichkeit innerhalb des eigenen Quellen- und Literaturverzeichnisses. Für gewöhnlich wird Literatur nach dem Nachnamen der Autoren geordnet.

5. 1 Grundsätzliche Entscheidung: Deutsche oder amerikanische Zitierweise

Beim Zitieren und Bibliographieren unterscheidet man grundlegend zwischen amerikanischer und deutscher Zitierweise. Die deutsche Variante arbeitet vor allem mit Fußnoten. Alle Verweise und Quellenangaben erscheinen also in einem gesonderten Anmerkungsapparat am unteren Ende der Seite. Gelegentlich findet man in Büchern auch Endnoten, d. h. alle Anmerkungen stehen gebündelt am Ende des Dokuments. Endnoten sollte man vermeiden; sie sind nicht leserfreundlich, da das ständige Hin- und Herblättern vom eigentlichen Text ablenkt.

Auch bei der amerikanischen Zitierweise gibt es Fußnoten, um weiterführende Anmerkungen anbringen zu können! Die Herkunft von Zitaten wird jedoch in der Regel nicht mittels Fußnoten angegeben, sondern verkürzt durch Name, Jahres- und Seitenzahl in Klammern direkt nach dem Zitat im Fließtext angebracht.

Bei den bibliographischen Angaben existieren ebenfalls Unterschiede. Grob gesagt unterscheiden sich die beiden Arten wissenschaftlicher Zitation darin, dass die Jahresangabe der Veröffentlichung bei der deutschen Zitierweise am Ende steht, während bei der amerikanischen die Jahreszahl zwischen Autor und Titel steht.

Über diese Grobeinteilung hinaus haben sich im Laufe der Zeit auch verschiedene Kombinationen und teilweise auch merkwürdige Stilblüten entwickelt. Hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Wichtig sind nur – wie oben schon genannt – Eindeutigkeit und Einheitlichkeit. Innerhalb einer Arbeit muss also eine Zitier- und Bibliographierweise vom Titel bis zum Anhang durchgehalten werden. Oftmals geben Institute oder Lehrstühle Vorgaben zur Zitierweise aus. Als Orientierung kann der Blick in die gängigen Zeitschriften des Faches dienen.

Zitieren

Zitate werden in den Text eingeflochten, um die eigene Argumentation zu untermauern. Dabei wird genau zitiert, das heißt, auch etwaige Rechtschreibfehler müssen übernommen werden. Damit nicht der Eindruck entsteht, Ihr hättet Euch vertippt oder einen Fehler übersehen, schreibt man hinter das falsch geschriebene Wort „[sic!]“ (lateinisch „so“), um den Fehler zu kennzeichnen.

Es gibt verschiedene Arten, ein Zitat in seinen selbst formulierten Text einzufügen. Zum einen könnt Ihr ganze oder halbe Sätze in den Fließtext einbinden (vgl. Bsp.1), zum anderen längeren Zitaten einen eigenen (gegebenenfalls eingerückten) Absatz widmen (vgl. Bsp.2).

Deutsche Zitierweise

Die deutsche Zitierweise wird in erster Linie in geisteswissenschaftlichen Fächern, z.B. in der Geschichtswissenschaft oder Altphilologie benutzt. Sie verweist auf Quellen mittels Fußnoten. Wird eine Quelle zum ersten Mal genannt, werden die bibliographischen Angaben vollständig in der Fußnote aufgeführt. Folgt direkt ein weiteres Zitat von derselben Textseite, reicht es aus, in der dazugehörigen Fußnote den Verweis mit „Ebenda“, kurz: „Ebd.“, zu kennzeichnen. Im Weiteren werden die bibliographischen Angaben zu diesem Text in den Fußnoten nur noch verkürzt wiedergegeben.

Beispiel 1:

Eine erste Annäherung an das Thema ermöglicht der Schlagwortkatalog. Er gibt Auskunft darüber, welche „Literatur zu einem bestimmten Themenbereich in der Bibliothek vorhanden ist“.1 Dabei lassen sich (…)

Beispiel 2:

Neben dem Schlagwortkatalog eröffnet der Systematische Katalog einen Zugang in Themengebiete. „Der Systematische Katalog ordnet den Bestand einer Bibliothek nach den einzelnen Wissenschafts-Teilgebieten in sachlich-logischer Abfolge und Spezialisierung. Dabei wird inhaltlich vergleichbare Literatur zusammengefasst und hierarchisch innerhalb eines größeren Sachgebietes geordnet.“2 Mit Hilfe dieses Katalogs kann man also (…)

_________________
1 Maier-Rabler, Ursula/ Renger, Rudi/ Rest, Franz/ Stockinger, Karin : Einführung in das kommunikationswissenschaftliche Arbeiten, 3. Auflage, München 1995, S. 68.
2 Ebenda, S. 69.

Amerikanische Zitierweise

Die amerikanische Zitierweise wird vor allem in sozialwissenschaftlichen Disziplinen, etwa der Soziologie oder Kommunikationswissenschaft, verwendet. Der Vorteil dieser Spielart liegt darin, dass der Leser über weite Strecken beim Fließtext verbleiben kann und nicht ständig zwischen Text und Fußnote wechseln muss. Aber auch bei der amerikanischen Zitierweise gibt es Fußnoten, mit deren Hilfe weitere Informationen, Beispiele oder Anmerkungen eingebracht werden können.

Beispiel 1:

Eine erste Annäherung an das Thema ermöglicht der Schlagwortkatalog. Er gibt Auskunft darüber, welche „Literatur zu einem bestimmten Themenbereich in der Bibliothek vorhanden ist“ (Maier-Rabler et al. 1995: 68). Im Schlagwortkatalog (…)

Im Literaturverzeichnis am Ende des Dokuments würde man dann die bibliographische Angabe nennen:

Maier-Rabler, Ursula/ Renger, Rudi/ Rest, Franz/ Stockinger, Karin (1995): Einführung in das kommunikationswissenschaftliche Arbeiten, 3. Auflage, München.

Beispiel 2:

Zu einem Kernbereich der Soziologie gehört die Untersuchung von Verhalten, Normen und Institutionen. Peter L. Berger und Thomas Luckmann formulierten in den 1960er Jahren: „Durch die bloße Tatsache ihres Vorhandenseins halten Institutionen menschliches Verhalten unter Kontrolle. Sie stellen Verhaltensmuster auf, welche es in eine Richtung lenken, ohne ‚Rücksicht‘ auf die Richtungen, die theoretisch möglich sind. Dieser Kontrollcharakter ist der Institutionalisierung als solcher eigen“ (Berger/ Luckmann 2004/ 1966: 58). Neben solchen Auffassungen über den Charakter von Institutionen traten im Laufe der 1980er Jahre (…).

Im Literaturverzeichnis am Ende des Dokuments würde man dann die bibliographische Angabe nennen:

Berger, Peter L./ Luckmann, Thomas (2004/ 1966): Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie, übersetzt von Monika Plessner, 20. Auflage, Frankfurt am Main (englische Erstausgabe unter dem Titel „The Social Construction of Reality“, 1966).

5.2 Bibliographieren

Das gesamte Material, das die Grundlage der Analyse bildet, wird im Quellenverzeichnis (einige Fachdisziplinen nennen es auch „Verzeichnis der Primärliteratur“) zusammengestellt. In der Soziologie sind dies beispielsweise die Datensätze, die aus Interviews gewonnen wurden; in der Geschichtswissenschaft erscheinen hier die historischen Dokumente, die man in Archiven oder Editionen eingesehen hat.

Im Literaturverzeichnis (auch „Verzeichnis der Sekundärliteratur“ genannt) werden all jene Werke aufgeführt, die keine Quellen sind, die also nicht die Grundlage der Analyse bilden, sondern die in irgendeiner Weise selbst eine Auseinandersetzung mit den Quellen führen oder sich mit Einzelaspekten des bearbeiteten Themas befassen.

Die Grenze zwischen „Quellen“ und „Literatur“ ist natürlich fließend und die Unterscheidung von beiden abhängig von der Perspektive des Wissenschaftlers. Ein Buch, das aus einer Perspektive Literatur ist, also eine Auseinandersetzung mit bestimmten Quellen führt, kann aus einem anderen Blickwinkel selbst eine Quelle sein.

Das folgende Quellen- und Literaturverzeichnis ist als ein Vorschlag zu verstehen, auf welche Weise sich unterschiedliche Werke (Bücher, Aufsätze, Lexikonartikel etc.) bibliographieren lassen.

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6.Beispiel eines Quellen- und Literaturverzeichnisses

a) Unveröffentlichte Quellen

Wie der Titel besagt, erscheint hier sämtliches Material, das nicht veröffentlicht, also zumeist einmalig, in einem Archiv oder in einer (privaten oder öffentlichen) Sammlung liegt. Auf solches Material greifen zumeist nur Historiker zurück (Akten etc.), aber auch Sozialwissenschaftler, die Datensätze auswerten, die nicht veröffentlicht vorliegen, sondern beispielsweise nur an zuständiger Stelle in einer Stadt oder in einem Unternehmen eingesehen werden können.

Name des Archivs oder der Einrichtung nebst Angabe des Ortes, Signatur, Band (Karton o. ä.).

Bundesarchiv Koblenz, B 136/ 1204/ 35.

Dezernat für Stadtentwicklung Leipzig, Wohnraumstatistik, I. Quartal 2003.

b) Veröffentlichte Quellen

Unter dieser Rubrik erscheint sämtliches ediertes, also veröffentlichtes Material. Bibliographiert wird solches Material nach dem Schema: Name des Herausgebers (Hg.): Titel. Untertitel, Erscheinungsort Erscheinungsjahr. Also:

Hofmann, Daniel/ Küsters, Hanns Jürgen (Hg.): Deutsche Einheit, Sonderedition aus den Akten des Bundeskanzleramtes 1989/90, Stuttgart 1998 (Dokumente zur Deutschlandpolitik).

Deutscher Gewerkschaftsbund in Zusammenarbeit mit der Hans-Böckler-Stiftung (Hg.): Armut in Deutschland. Der Armutsbericht des DGB und des Paritätischen Wohlfahrtsverbands (wissenschaftliche Projektleitung Walter Hanesch), Reinbek bei Hamburg 1994.

c) Literatur

Bücher, Aufsätze, Zeitungsartikel, Lexika etc. sind von Menschen geschrieben. Deshalb gilt grundsätzlich, dass diese auch genannt werden, wo immer man sie finden kann. Auf diesem Wege wird auch schneller deutlich, wer auf welchem Fachgebiet die maßgeblichen Beiträge für Nachschlagewerke u.ä. schreibt.

Monographie:

Hintzen, Beate: Das Partizip Präsens in Ciceros Reden. Unter besonderer Berücksichtigung der Deponentien, Münster/ New York 1996.

Monographien mit zwei oder mehr Autoren (die Namen der Autoren werden in der Reihenfolge genannt, wie sie in der Monographie erscheinen):

Hardt, Michael/ Negri, Antonio: Empire. Die neue Weltordnung (aus dem Englischen übersetzt von Thomas Atzert und Andreas Wirthensohn), Frankfurt am Main 2002.

Band einer Reihe:

Kolb, Eberhard: Die Weimarer Republik, 4. Auflage, München 1998 (Oldenbourg Grundriß der Geschichte, Band 16).

Sammelband (mit Herausgeberschaft):

Weidenfeld, Werner (Hg.): Europa-Handbuch, Bonn 1999 (Bundeszentrale für Politische Bildung, Band 359).

…und ein Artikel aus diesem Sammelband:

Schulze, Hagen: Nation und Nationalstaat im Wandel; in: Weidenfeld, Werner (Hg.): Europa-Handbuch. Bonn 1999 (Bundeszentrale für Politische Bildung, Band 359), S. 49-75.

Artikel aus einer Zeitschrift (hier z.B. im 50. Jahrgang, Heft 5 der Zeitschrift „Merkur“ aus dem Jahr 1996, auf den Seiten 455 bis 462):

Kaiser, Gerhard: Aufklärung oder Denunziation. Zur Ausstellung „Vernichtungskrieg, Verbrechen der Wehrmacht 1941-44“; in: Merkur 50 (1996) 5, S. 455-462.

Artikel aus einer Zeitung:

Kleine-Brockhoff, Thomas/ Schirra, Bruno: Operation Löschtaste. Wer befahl die Vernichtung der Daten und Akten im Bundeskanzleramt? in: Die Zeit, 20. Juli 2000, S. 3.

In Tageszeitungen sind die Autoren eines Artikels häufig nur durch ein Kürzel gekennzeichnet. Dieses Kürzel sollte man auflösen! (Der einfachste Weg ist ein Blick ins Mitarbeiterverzeichnis im Impressum bzw. auf der Homepage der Zeitung, oder ein Anruf in der Redaktion).

Artikel aus einem Lexikon oder einer Enzyklopädie:

Nolte, Ernst: Karl Marx; in: Staatslexikon, Band 3, Stuttgart 1982, Sp. 325-332.

Es gibt Lexika oder Enzyklopädien, in denen die einzelnen Einträge nur das Kürzel eines Autorennamens tragen. Ein solches Lexikon verfügt dann – zumeist in jedem Band – über ein Verzeichnis der Autorenkürzel.

Ausstellungskatalog:

Eichwede, Wolfgang (Hg.): Samizdat. Alternative Kultur in Zentral- und Osteuropa. Die 60er bis 80er Jahre. Ausstellungskatalog, Bremen 2000 (Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, Dokumentation zur Kultur und Gesellschaft im östlichen Europa, Band 8).

Rezension eines Buches (hier z.B. im 36. Jahrgang, Heft 1 der Zeitschrift „Deutschland Archiv“ aus dem Jahr 2003, auf den Seiten 154-156):

Schwarz, Siegfried: Schwierigkeiten der inneren Einheit (Rezension zu: Bender, Peter: Fall und Aufstieg. Deutschland zwischen Kriegsende, Teilung und Vereinigung. Halle 2002); in: Deutschland Archiv 36 (2003) 1, S. 154-156.

CD-Rom:

Mählert, Ulrich: Getrennte Vergangenheit – gemeinsame Geschichte. Eine multimediale Dokumentation des Geschichtsforums 1949-1989-1999. CD-Rom, Berlin 2000.

Internet-Seite (immer mit dem letzten Tag des Ausrufs versehen):

www.leipziger-kreis.de – Stand: 04. April 2008.

Bei bibliographischen Angaben von Internetseiten empfiehlt es sich, die zitierte Seite in einem Anhang der eigenen Arbeit mit abzudrucken (es sei denn, der Umfang des so entstehenden Anhangs würde dann das Format der Arbeit sprengen). Denn grundsätzlich besteht das Problem, dass Internetseiten sich schon nach kurzer Zeit ändern, oder unter dem angegebenen Link nicht mehr auffindbar sind. In einem solchen Falle wird die bibliographische Angabe nutzlos und der Argumentation in Eurer Arbeit fehlt die Grundlage, so dass sie beliebig anfechtbar ist.

Artikel auf einer Internet-Seite:

Gersmann, Gudrun/ Helmberger, Peter/ Schnettger, Matthias: Editorial; in: www.sehepunkte.net – Stand: 06. Februar 2009.

Abkürzungen: Hg. – Herausgeber | S. – Seite | Sp. – Spalte

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