Gestaltung

Die fussnote Gestaltung vermittelt grundlegende Gestaltungsregeln. Ganz gleich, es um eine Hausarbeit geht, oder um ein Handout zum Referat, Folien für eine Präsentation, eine Ankündigung für einen Workshop oder ähnliches: Was Du erarbeitet hast, soll gut aussehen! Die folgenden Seiten wollen einen Überblick geben, worauf Du achten solltest, und welche Fehler es zu vermeiden gilt.

1. Hausarbeiten

Eine Hausarbeit sollte sich in einer klaren und zurückhaltenden, aber ansprechenden Form präsentieren. Eine durchschnittliche Textseite der Arbeit umfasst etwa 2500 Zeichen (einschließlich Leerzeichen) oder 320 Worte.

Der Text wird in einer gut lesbaren Schriftart verfasst. Unter den Schriftarten, die als freie Software ohne Lizenz verwendet werden können, bietet sich zum Beispiel eine Gentium (Download über das Summer Institute of Linguistics) in Schriftgröße 12 mit Zeilenabstand 1,5 an, oder eine Liberation Sans (Download über fedorahosted) in Schriftgröße 11,5 mit ähnlichem Zeilenabstand. Weit verbreitet sind ebenso Times New Roman oder Helvetica, obwohl – streng genommen – deren Verwendung über rein private Zwecke hinaus eine Lizenz voraussetzt, welche die wenigsten Studenten tatsächlich erwerben. Als Seitenrand wählt man etwa 2,5 cm. Eine Hausarbeit wird als Computerausdruck im Format A4, in einem einfachen Hefter eingereicht.

Um einem bösen Erwachen vorzubeugen, empfiehlt es sich, vor der ersten Arbeit beim Dozenten kurz nachzufragen, ob er oder sie bestimmte formelle Wünsche hat. Einige Institute verlangen beispielsweise einen breiteren Korrekturrand oder die Abgabe der Arbeit als Datei per E-Mail. Seit die Zahl von Plagiaten und Betrugsversuchen zugenommen hat, gibt es Lehrstühle, die nicht erst zur Abschlussarbeit, sondern auch schon zur Hausarbeit eine unterschriebene Erklärung verlangen, dass der Text tatsächlich von Euch verfasst wurde.

2. Präsentationen (mit Overhead-Projektor oder Beamer)

Während sich für die Gestaltung von Hausarbeiten seit vielen Jahren ein Kanon von bestimmten Regeln herausgebildet hat, die in mehr oder minder straffer Form umgesetzt werden müssen, damit eine Hausarbeit angenommen wird, befindet sich die Gestaltung von Präsentationen noch weitgehend in der Experimentierphase. Dies ist einerseits verständlich, da erst in jüngster Zeit eine wachsende Zahl von Seminar- und Veranstaltungsräumen mit Beamern ausgerüstet werden konnte und daher nur selten Gelegenheit zur Erprobung von Präsentationen gegeben war. Andererseits sind zahlreiche Präsentationen von mangelhafter Qualität: Kontrastlose Abbildungen, verzerrte Grafiken, grelle und schlecht lesbare Schriftarten und nicht zuletzt ein schier unerschöpflicher Fundus an blinkenden oder hüpfenden, meistens aber sinnlosen Spezialeffekten.

Wenn Ihr eine Präsentation erarbeitet, gilt es also zuerst zu bedenken: Es geht um Wissenschaft. Form und Inhalt Eurer Präsentation sollten dem entsprechen!

Vorüberlegungen

Inhalt: Konzentriert Euch bei der Erstellung einer Präsentation auf die inhaltlich wichtigen Aspekte. Versucht, aus der Perspektive des Betrachters zu denken: Was muss wie gezeigt werden, so dass die Argumentation des Referats deutlich wird? Wo ist der Einsatz eines Bildes, einer Grafik, einer Tabelle sinnvoll, wo lohnt sich ein längeres Zitat? Prüft, ob die Abfolge der einzelnen Folien mit der Gliederung des Referats übereinstimmt! Wählt eine Anzahl von Folien, die mit der Länge des Referats harmoniert (in 20 Minuten lassen sich 50 Folien schwer verarbeiten).

Form: Wählt eine klare und übersichtliche Gestaltung der einzelnen Folien. Schont die Augen der Betrachter: Verwendet also zurückhaltende Gestaltungselemente und verzichtet auf grelle Farben und auf übertriebene grafische Effekte. Wählt solche Schriftarten, die auch aus der Entfernung gut lesbar sind. Sofern Ihr Bilder verwendet, achtet auf Helligkeit, Kontrast und Auflösung. Wenn Ihr Tabellen und Statistiken zeigt, beschränkt Euch auf die wesentlichen Informationen. Hebt gegebenenfalls beachtenswerte Daten/ Zahlen/ Korrelationen hervor. Beachtet, dass bei großen Text- oder Datenmengen (Tabellen etc.) die Schrift nicht zu klein gewählt ist.

Sammeln und Ordnen

Sammelt zunächst das Material (Bilder, Grafiken, Tabellen, Textzitate u.a.). Überlegt Euch in Ruhe eine geeignete Abfolge der einzelnen Bestandteile.

Format der Seiten

Am weitesten verbreitet ist das Querformat mit einem Seitenverhältnis von etwa 2 zu 3, wie z.B. ein A4-Blatt. Andere Formate sind ebenso für Präsentationen möglich, wenngleich die Sehgewohnheiten und auch die optimale Ausnutzung eines Beamers eine Verwendung des ‚klassischen‘ Formats nahelegen.

Gestaltung der Seiten

Eine Präsentation ist für den Betrachter leichter zu erfassen und angenehmer wahrzunehmen, wenn es gestalterische Elemente gibt, die auf allen Seiten wiederkehren (sogenanntes Grundlayout). Dazu gehören z.B. Kopf- oder Fußzeilen, aber auch die Art der Platzierung von Bildern oder Texteinheiten, gleiche Schriftarten und -größen. Überlegt daher zuerst anhand des vorhandenen Materials, welche Aufteilung der Seite ratsam erscheint und gestaltet ein Grundlayout. Habt Ihr z.B. viele Fotografien im Hochformat, bietet sich eine Seitengestaltung an, die das Bild und etwaige Erläuterungen nebeneinander anordnet. Arbeitet Ihr hingegen zur Geographie Österreichs, erscheint es aufgrund der Landesform eher geeignet, Grafik (hier: Landkarte) und Text untereinander zu gliedern.

Vorbereitung des Materials

Prüft, ob das Material, das Ihr verwenden wollt, in geeigneter Form beschafft werden kann: Sind Abbildungen (Fotografien, Landkarten etc.) in ausreichender Größe und Auflösung im Internet verfügbar? Müssen Scans von Abbildungen oder Fotografien von Objekten selbst angefertigt werden (welche Zeit wird dies in Anspruch nehmen)? Sind Helligkeit, Kontrast, Schärfe, Auflösung der Abbildungen ausreichend?

Technische Umsetzung

Zur Gestaltung von Medien, wie etwa Präsentationen, aber auch von Büchern, Plakaten, Internetseiten usw., gibt es zahlreiche verschiedene Computerprogramme. Wenn Ihr in den Geistes- und Sozialwissenschaften studiert, wird niemand von Euch verlangen, dass Ihr in die Anschaffung teurer Grafikprogramme investiert. Derlei ist notwendig für Grafikdesigner. Gleichwohl dürfen Eure Kommilitonen, der Dozent Eures Seminars und später vielleicht einmal größere Öffentlichkeit erwarten, dass Eure Präsentation (ebenso wie die Form Eurer Hausarbeit oder eines Handouts) optisch zumutbar ist. Es geht also nicht darum, als Kulturwissenschaftler, Historiker oder Soziologe ein perfekter Designer zu werden, wohl aber darum, die schlimmsten Unfälle gestalterischer Art zu verhindern.

Daher solltet Ihr auf Folgendes achten: (1) klares, zurückhaltendes Grundlayout sämtlicher Seiten der Präsentation; (2) Auswahl von geeigneten Schriftarten und -größen; (3) Abbildungen (ganz gleich ob Fotografie, Landkarte, Grafik) mit ausreichend Auflösung, Helligkeit und Kontrast; (4) zu jeder Abbildung, die Ihr zeigt, gehört ein Quellennachweis (Autor/ Fotograf/ Gestalter, Titel des Bildes, Erscheinungsjahr oder Entstehungszeit, Quelle bzw. Fundort).

Software

Um eine ansprechende Präsentation zu erstellen, benötigt man keine teuren Grafikprogramme. Auch mit freier Software, wie etwa OpenOffice-Draw (Download über http://de.openoffice.org) könnt Ihr sehr ordentliche Ergebnisse erzielen. Sollten Abbildungen (Fotografien, Landkarten o.ä.) nicht den Anforderungen entsprechen (Kontrast, Helligkeit usw.), könnt Ihr diese ebenso mit freier Software bearbeiten. Geeignet sind etwa IrfanView (Download über www.irfanview.com) oder GIMP (Download über www.gimp.org).

Beispiel für eine Bildbearbeitung

Hier: Helligkeit und Kontrast verbessern

Dieses animierte Bild zeigt, wie Du mit dem Programm GIMP eine matte und kontrastlose Fotografie verbessern kannst (zur Vergrößerung der Darstellung: Bild anklicken).

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