Thomas Klemm / Kathleen Schröter: Die Gegenwart des Vergangenen.
Strategien im Umgang mit sozialistischer Repräsentationsarchitektur.

Ausstellungskatalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung vom 08. bis 16. Dezember 2007 im »Tapetenwerk« Leipzig. Meine-Verlag, Leipzig 2007.
ISBN-10: 3981185919, 62 Seiten, 17,00 EUR.
Aus dem Vorwort
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Was lohnt es zu erhalten, zu musealisieren, einer gewandelten Nutzung zu übergeben, und mit welchen Argumenten lässt sich eine Beseitigung begründen? Auch die Frage nach den Akteuren dieser Entscheidungen spielt dabei eine gewichtige Rolle. Besonders schwierig gestaltet sich die Beantwortung dieser Fragen bei singulären Repräsentationsbauten, mit denen sich ein Staat und seine Machthaber nach innen und außen inszeniert haben. Diesen Bauwerken lag eine besonders hohe ästhetische Gestaltungsabsicht zugrunde; bei deren Realisierung spielten ökonomische Erwägungen eine weniger große Rolle als die bestmögliche Realisierung der Gestaltungsabsicht. Es liegt in der Natur der Sache, dass nach Transformations- oder Revolutionsprozessen innerhalb politischer Systeme gerade jene Repräsentationsbauten die größte Reibungsfläche darstellen, wenn es um die Suche nach einer neuen nationalen Identität bzw. die Erfindung einer historischen Großerzählung durch die politisch handelnden Akteure wie auch der Öffentlichkeit geht. Der angemessene Umgang mit diesen Gebäuden – Medien innerhalb des kollektiven Gedächtnisses und Teil des kulturellen Gedächtnisses – steht unter höchster Spannung zwischen künstlerischer und architekturgeschichtlicher Bewertung einerseits, erinnerungspolitischer Einordnung und wirtschaftlichen Interessen andererseits. Zu diesem Themenkomplex zeigt der vorliegende Ausstellungskatalog Arbeiten von zwölf Künstlern und Künstlerinnen zu verschiedenen architektonischen Hinterlassenschaften der
DDR und Osteuropas.






